Besuch der Patenkinder

Juni 2023 // von Enrico, Janek, Emil & Tina

Seit einigen Jahren unterstützen wir den Verein Burgthann hilft e.V. aus Überzeugung, weil wir von Anfang an gespürt haben, wie sehr Gudrun und alle anderen Aktiven im Verein für die Sache brennen und wie viel Herz sie in ihr Projekt stecken.
Und weil wir hier so nah dran sein können: an den Hilfsaktionen und an der Wirkung, die unsere Spende hat.
Jedes Jahr freuen wir uns, Weihnachtspakete packen zu können und noch viel mehr auf die Videos der Verteilung. Dann suchen wir im Video nach unseren Päckchen und versuchen unsere Patenkinder zu erkennen.
Aber eigentlich geht ja noch mehr. Was wenn wir die Kinder und die Schule tatsächlich mal besuchen. Wie wäre das? Wie würden die Kinder reagieren? Was würde das mit uns machen?
Und plötzlich stehen wir hier, in Mwachande. In der glühenden Mittagshitze, nach einer langen holprigen Fahrt ins Nirgendwo. Sehen die Köchinnen und die Küche, die wir uns gar nicht vorstellen konnten. Die Schulgebäude aus denen Stimmengewirr zu uns herüberschwappt. Die verstohlenen Blicke der ersten Kinder.
Erst fühlt es sich komisch an, in jeder Klasse zu stören. Aber eigentlich sind wir ja genauso neugierig wie sie. Wir sehen die Neugierde in den Augen unserer Gegenüber und spüren unsere eigene Begeisterung. Engagiert erklären uns die Lehrer, was sie lehren, singen die Kinder Lieder oder buchstabieren Wörter für uns. Als mein neunjähriger Sohn etwas später zwei Bälle aus dem Auto holt und ihnen mit allen anderen Kindern nachjagt, ist auch bei mir die Aufregung verflogen. Es ist schön zu sehen, wie einfach plötzlich die Verständigung ist, wie selbstverständlich alle miteinander spielen – egal woher man kommt oder wie man aussieht.
Mit den Lehrerinnen sitze ich im Schatten der Klassenzimmer: wir vergleichen Schulsysteme, erzählen, warum wir hier sind und wie wir uns die Schule vorgestellt haben. Wir werden hier so freundlich empfangen und aufgenommen und fühlen uns nach wenigen Minuten, als würden wir alte Bekannte wiedertreffen. Beim nächsten Besuch in ein paar Tagen wird das dann auch schon so sein. Auch die Schule in Ukunda besuchen wir während unseres Aufenthaltes mehrmals.
Mit Unterstützung von Hippo und Mohamed bauen wir ein Fussballtor für die Kinder. Das Projekt wird zu einem Erlebnis für uns – wer besucht in seinem Urlaub schon einen Baumarkt – und entfesselt kleine und große Fussballkünstler. Und natürlich ist es auch schön, direkt vor Ort etwas beitragen zu können. Als wir später zu Hause die neuesten Videos der Kinder beim Fussballspielen sehen, geht mein Herz auf und ich merke, wie glücklich mich diese Bilder machen.
Später unterrichtet mich eine 2. Klasse in Swaheli. Sie sprechen im Chor vor, ich spreche nach. Ich komme mir albern vor, als ich vermeintlich einfache Worte auch beim zehnten Versuch nicht richtig aussprechen kann. Aber meine Lehrerinnen sind geduldig mit mir und so kann ich ein paar Worte und einen weiteren Herzensmoment mit nach Hause nehmen.
Und dann sind wir wieder aufgeregt. Denn wir dürfen unsere Patenkinder auch zu Hause besuchen. Jeder Besuch ist sehr schön, immer etwas anderes. Wir merken die Unsicherheit, sprachliche Barrieren und auch kulturelle Unterschiede. Doch es ist toll, diese Einblicke in die Leben der Familien zu bekommen. Manchmal dürfen wir in die Hütten schauen, bekommen erklärt, wer wo schläft, wie die kleine Solaranlage funktioniert, wo gekocht wird. Wir werden sogar zum Essen eingeladen. Und eine Mama zeigt uns Babyfotos ihrer Kinder. Als sie auch Fotos von uns aus ihrem Album herauszieht (mit jedem Weihnachtspäckchen haben wir auch ein Familienfoto geschickt), ist jede Distanz verschwunden.

Ich bin einfach nur dankbar: für diesen Moment, für die Wärme, die Gastfreundschaft und Offenheit, mit der uns alle hier begegnen. Und ich glaube im Gesicht unseres Patenkindes und ihr Mama das zu sehen, was ich auch gerade empfinde: Freude, Dankbarkeit und Stolz. Wie schön, dass wir hier sein durften.
Ab jetzt (er)kennen wir unsere Patenkinder und ihre Familien. Wir tragen aus dieser Woche so viele Momente und Gefühle, wie aus kaum einem anderen Urlaub.
Und nicht zuletzt ist unser eigenes Koordinatensystem zu dem was uns Wichtig ist, zu Werten und zu Reichtum mal wieder zurechtgerückt.

Danke an alle Aktiven Mitglieder von Burgthann hilft für die Arbeit, die ihr hier leistet!

Wenn auch Sie „Burgthann hilft e.V.“ mit einer Spende oder einem Patenkind unterstützen möchten, können Sie das gerne hier tun oder per Überweisung an IBAN: DE12 7606 9564 0000 8583 82, Raiffeisenbank Oberferrieden-Burgthann.

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